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Frankreich Binnen von Carsten HEINKE
Limousin: Grünes Herz mit vielen blauen Adern
Entdeckungen an den Ufern von Dordogne, Vienne, Vézère und Creuse.
"Im Limousin auf den Spuren den Jakobspilger" von Herrn Dr. Töpner
Die Wege der Jakobspilger nach Santiago de Compostela üben auf die Menschen unserer Zeit eine große Faszination aus. Jährlich werden es immer mehr, die sich auf den Weg machen. Wer einmal, und sei es nur für kurze Zeit für kurze Zeit, zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto in die mittelalterliche Welt dieses Fernpilgerweges eintauchen will, kann dies im Limousin ausprobieren.
Aufgrund seiner geographischen Lage war das Limousin stets Durchgangsland sowohl für kriegerische Völkerscharen als auch für Ströme frommer Pilgerscharen, die besonders im 12. Jh. diese Region prägten. Es war das Land der Heiligen wie es auch genannt wird und daher im Mittelalter reich an Wallfahrten, die durch den Zustrom von Reliquien aufkamen und zum Bau von Abteien und Prioraten führten. Das Limousin gab der zweiten von insgesamt vier Pilgerstraßen in Frankreich auch den Namen (Via Lemovicensis) bis sie sich mit dem spanischen Camino Francès vereinigte. Entlang dieser Route kann man das reiche architektonische und künstlerische Erbe des Limousin entdecken.
Die jetzt neu beschriebene Jakobspilgerroute führt zumeist auf ruhigen Wegen und Nebenstraßen durch unberührte Gegenden im Herzen Frankreichs, wo der heutige Reisende das stille Frankreich von unbekannten Seiten erleben kann. Denn auch hier steckt der Jakobsweg noch voller Geheimnisse. Alte Kirchen und Heiligtümer, die in keinem Führer verzeichnet sind, stehen plötzlich einsam Wind umrauscht vor einem in der Landschaft als anrührende Wegmarken der Pilger aus früherer Zeiten. Manchmal haben Pilger dort ihre seltsamen Zeichen (Graffiti) hinterlassen. Wie verschlüsselte Botschaften aus einer früheren Zeit erzählen verwitterte Portale noch immer ihre Geschichten, die Menschen früherer Zeiten unterwegs Trost und Kraft gaben.
Der Weg ist angefüllt mit kunsthistorisch bedeutsamen Sehenswürdigkeiten und zugleich ein Gang durch die bewegte Geschichte Frankreichs. So liegt zum Beispiel die berühmte mittelalterliche Stadt St. Léonard-de-Noblat am Weg. die mit dem Kult des hl. Léonard untrennbar verbunden ist, dessen Grab die Stadt zu einem berühmten Pilgerort machte. St Léonard wurde zu einem der Hauptanziehungspunkte auf dem Weg nach Santiago de Compostela in Frankreich neben Vézelay, Limoges und Périgeux. Der 52 m hohe Glockenturm der altehrwürdigen romnanischen Klosterkirche war schon immer weithin sichtbarer Orientierungspunkt für die heranziehenden Pilger gewesen. Über dem Grab des Einsiedlers im nördlichen Querschiffarm ist eine Gefangenenkette angebracht. Das an Wundern reiche Grab des heiligen „Kettenbrechers“ wurde von vielen berühmten Pilgern aus weiter entfernten Gegenden Deutschlands, Österreichs und Oberitaliens aufgesucht, weil hier Gebete um Freilassung erhört wurden. Manche ehemalige Gefangene legten ihre früheren Eisenketten am Grabe des Heiligen nieder. Viele dieser Ketten, die z. T. grausam wirkten, wurden zu Tausenden aneinandergefügt und rund um die ganze Basilika und in ihrem Innern aufgehängt, als sichtbares Zeichen der Macht des Heiligen und der von ihm vollbrachten Wunder. Im Mittelalter war es Sitte, dass unfruchtbare Paare den Riegel zur Kirchentür bewegten, um Kinder zu bekommen. In der Rue Georges-Périn stehen die altersgebeugten Mauern einer Pilgerherberge.
Das nächste große Ziel war im Mittelalter Limoges, wo in der Krypta der Klosterkirche das Grab des hl. Martial und seiner Gefährten Alpinien und Austriclinien von den Pilgern sehr verehrt wurden. Von dem Klosterkomplex sind bis auf die Krypta leider keine oberirdischen Reste mehr erhalten (Place de la Republique). Heute befinden sich die Überreste des Heiligen und seiner beiden Gefährten in einem goldenen Schrein in der Kirche St. Michel-des-Lions in Limoges. Die Stadt war gegenüber den Jakobspilgern sehr gastfreundlich eingestellt, was sich daran zeigt, dass es zahlreiche Hospize, Hospitäler und Herbergen gab. Mehre Jakobsbruderschaften kümmerten sich um die Belange der Pilger. Einige Bischöfe haben sogar selbst die Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela unternommen, sicherlich auch deshalb, um die Verbindung der Stadt mit dem Jakobsweg herauszustellen.
Von Limoges gelangt man heute über eine Nebenroute von Solignac über St. Yrieix und Thiviers zum nächsten großen Ziel Périgeux. Weitere Etappenpunkte sind dann La Réole, Bazas und St. Sever bis in St. Jean-Pied-de-Port die Pyrenäen erreicht sind, wo sich die Pilger vor dem Aufstieg in die Berge versammelten.
Walter Töpner, Wege der Jakobspilger (Band 3) – Burgund, Berry, Limousin, Périgord, Landes, Pyrenäen, mit zahlreichen farbigen Abbildungen, Paulinus Verlag , Maximineracht 11c; 54295 Trier 2008, ISBN- 978-3-7902-1308-9, VK 19,90 €
Walter Töpner, Wege der Jakobspilger (Band 3) - Burgund, Berry, Périgord, Limousin, Landes, Pyrenäen mit zahlreichen farbigen Abbildungen, Paulinus Verlag , Maximineracht 11c; 54295 Trier 2008, ISBN 978-3-7902-1308-9, VK 19,90 €
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